Bevor jetzt jemand Panik bekommt – es gibt in diesem Tagebuch keine Spoiler, das heißt ich werde nichts über die Story verraten was nicht schon bekannt ist.
Aber was ist bekannt? Hier ein Link zur Story und dem ersten Einblick in den kommenden LEGEND Roman.
Vielmehr möchte auf die Entstehung der Story eingehen. Nachdem Martin und ich uns eine Fantasywelt überlegt hatten, entwickelten wir auf dem Weg zum Deutschen Entwicklerpreis 2004, also während einer rund 4-stündigen Autofahrt, die Idee, dass man als letzter Überlebender eines Ordens gegen das „Böse“ kämpfen solle. Dieses Böse waren zu Anfang noch Orks, aber die erschienen uns nach einer Weile nicht gefährlich genug, weshalb es jetzt Dämonen sind und die Orks eine andere, untergeordnete Rolle in der Welt Aris spielen. Der Orden sollte aus mächtigen Kampf-Magiern bestehen, ähnlich am ehesten den Jedi-Rittern, damit man seinen Charakter in eine eigene Richtung entwickeln kann. Der Charakter wiederum sollte keine gesichtslose Klasse sein, damit er auch im Intro sinnvoll vorkommen kann und eine eigene Persönlichkeit und Rolle in der Geschichte hat. Er sollte auf der Schwelle zwischen Ausbildung (Adept) und Meister stehen, damit er am Anfang noch nicht zu stark ist und auch damit man sich gut mit seiner Situation identifizieren kann. Nachdem diese Grundpfeiler standen entwickelten wir eine recht komplexe Intrigengeschichte, die daraufhin von der amerikanischen Storyautorin Susan Connor (Gears of War, Bioshock) überarbeitet und auf ihre Eignung für den amerikanischen Markt überprüft wurde. Kurz darauf trennten sich unsere Wege aber wieder und wir begannen, dass immer größer werdende Team aktiv mit in die Storyentwicklung einzubeziehen. Besonders Art Director Andreas Adamek und Concept Artist Claus Wohlgemuth nahmen in dieser Zeit eine Menge Einfluss und wir vereinfachten einiges, was vorher zu undurchsichtig gewesen war.
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König Targon, nachdem unser Held benannt ist, drängt die Dämonen durch das Portal zurück. |
Ich denke das besondere an der Story ist, dass man ihr anmerkt, dass wir uns zuerst die Welt und ihre Völker überlegt haben und erst dann was in dieser Welt passieren könnte – so wie Tolkien es für die Herr der Ringe Bücher gemacht hat. Die Welten ähneln sich auch in ihrer Natürlichkeit und High Fantasy Ausprägung (ohne Echsenmenschen ;-)), ohne das Aris zu einer Kopie von Mittelerde verkommt – dafür sorgen schon die prägnanten Designs von Andreas, der besonders die bekannten Monstertypen auf einzigartige Weise neu interpretiert hat. Durch diese komplett fertige Welt inklusive historischer Ereignisse und Personen war es auch kein Problem für unseren Autor die Vorgeschichte als Roman zu verfassen (erscheint Anfang September im Panini Verlag).
Außerdem sind einen einige wirklich überraschende und trotzdem glaubwürdige Wendungen in der Story, auf die ich sehr stolz bin. Die kann ich natürlich nicht verraten, aber ihr werdet schon sehen was ich meine… Eine weitere Besonderheit ist der Humor in den Dialogen (die leider nicht von mir sind, aber deshalb kann ich sie hier mal loben ;-)), der nie aufgesetzt oder platt ist, sondern immer zur Atmosphäre passt und zum Teil sogar dazu beiträgt. Insgesamt bietet LEGEND storytechnisch mehr als manch ein normales RPG, was für ein Action-RPG sehr ungewöhnlich ist. Das fängt schon damit an, dass alle NPCs Namen und verschiedenes Aussehen haben und es immer Multiple-Choice Dialoge gibt. Die Story ist außerdem sehr episch, es geht gleichzeitig um Rache, eine große Bedrohung für die freien Völker und eine alte Familiengeschichte, in der die Lichtelfe Luna – wie so oft in LEGEND - eine Schlüsselrolle spielt...
Bevor mich jetzt jemand im Forum fragt: Das alles macht die Welt von LEGEND natürlich auch erweiterbar. LEGEND – Hand of God ist also möglicherweise erst der Anfang, denn es spielt nur auf einer Insel – der Kontinent mit der Hauptstadt der Menschen und dem Königshof wäre nur ein Ziel, welches auch ich gern in einer Fortsetzung entdecken würde…