Hallo LEGEND-Fans! Diese Woche schreibe nicht ich das Tagebuch, sondern 3D Artist Dennis Day (D-Day), der bevor er zum LEGEND Team gestoßen ist unter anderem an der Grafik von Unreal Tournament 2007 gearbeitet hat und sich mit dem aktuellen Thema 3D Modelling und Normal Maps deshalb viel besser auskennt als ich. Viel Spass beim Lesen :-), Jan Beuck, Creative Director
Hallo, mein Name ist Dennis Day und ich bin 3D Grafiker. Der heutige Eintrag dreht sich um die Erstellung der Environment-Objekte in Legend: Hand Of God.
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Alles beginnt mir einer Zeichnung. |
Unter Environment-Objekten (oder auch im Fachjargon "props" genannt), fällt alles was in der Spielwelt so rumsteht. Sei es nun das Fass, das in der Ecke steht und darauf wartet von euch zerschlagen zu werden, oder eine Statue vor einem Tempel. Die meisten dieser Objekte sind statisch, mit einigen jedoch kann man interagieren und einige sind mit Physik-Effekten versehen. Doch das ist eine andere Geschichte und heute wollen wir uns mit der Erstellung des Objektes an sich befassen. Dafür habe ich aus unserem Repertoire eine Statue aus dem Schlangentempel ausgewählt.
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Ein fertiges 3D Modell ohne Texturen. |
Wie auch bei den Charakteren, fängt es bei den Environment-Objekten mit der Idee und der Zeichnung des Concept Artists oder Art Directors an. Für die Statue hat unser Art Director Andreas Adamek selbst Hand angelegt und das Konzept angefertigt (siehe Abbildung 1). Das Konzept wird generell erstellt, um zunächst einmal einen Gedanken zu dem Objekt zu visualisieren und den Stil und das Aussehen (Farbgebung, Oberflächentextur) festzulegen. Es ist der erste Schritt in einer langen Fertigungskette und somit auch einer der wichtigsten.
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Diese Texturen werden auf die 3D-Modelle gelegt. |
Ist das Konzept fertig, wird es weitergegeben an den 3D Artist (hier komme ich ins Spiel) dessen Aufgabe es ist, das Konzept als 3D Modell nachzubauen. Hierfür erstelle ich zunächst ein grobes Basismodell, welches allerdings noch recht undetailliert ist (siehe Abbildung 2). In diesem Basismodell versuche ich grob die Grundformen und den Umriss der Konzeptzeichnung einzufangen, ohne mich jedoch schon mit den Details zu befassen. Wenn die Grundform des Objektes soweit stimmt, importiere ich das Modell in eine spezielle Software, die es mir erlaubt weitere Details einzuarbeiten und die Formen des eckigen Basismodells runder zu machen (siehe Abbildung 3). Dieses Detail-Modell kann schon mal um die 10.000.000 polys groß werden und aus mehreren Teilen bestehen. Bei der Statue hab ich mich beispielsweise dazu entschieden, den Stab und den Sockel als einzelnes Modell anzufertigen und nachher einzufügen. Diese Detail-Modelle haben natürlich zu viele Polygone, um sie so ins Spiel zu übernehmen, daher bedient man sich hier eines optischen Tricks.
Es wird wie bei den Charakteren ein zweites 3D-Modell erstellt, welches eckiger ist und aus wesentlich weniger Polygonen besteht. Dieses Modell wird als "Ingame-Modell" bezeichnet und ist das fertige Modell, welches ihr letztendlich auch im Spiel seht. Um bei dem "Ingame-Modell" nicht auf die schönen Details der Geometrie des "Detail-Modells" verzichten zu müssen, bedient man sich folgenden Tricks:
Die Details werden auf eine Textur übertragen, welche als "Normal-Map" bekannt ist. Diese Textur wird dann über das "Ingame-Modell" gezogen und gaukelt dem Betrachter - je nach Lage des Lichts in der Karte - zusätzliche Geometrie auf dem Objekt vor (siehe Abbildung 4). Den letzten Feinschliff bekommt diese "Detail-Textur" oder auch "Normal-Map" dann in einem "2D-Editing Programm" wo weitere Details wie feine Bump- oder Stein-Strukturen drübergelegt werden.
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Eine fertige 3D Statue. |
Danach bekommt das Modell noch eine Farbtextur, die wie der Name schon sagt, dem Objekt schlussendlich die Farbe und die Oberflächenstruktur gibt, in der ihr sie im Spiel seht. Weiterhin bekommt das Objekt noch eine Specularmaske in Form einer weiteren Textur. Diese gibt an, wo auf dem Modell und in welcher Farbe Glanzeffekte entstehen sollen.
Nun ist das Objekt soweit fertig und kann im Spiel verwendet werden. Von diesem Modell werden jetzt noch weitere Modifikationen erstellt, da es auch einige kaputte Statuen geben soll.
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit wünscht euch
Dennis