Als wir mit der Entwicklung von
LEGEND anfingen, bauten wir zuerst ein Stückchen Außenwelt und dann die erste Höhle. Schnell bemerkten wir, dass es in einer Höhle normalerweise ziemlich dunkel ist. Völlig finster um genau zu sein. Die Frage war also, wie sollte man sich dort zurechtfinden, wenn keine Fackeln an der Wand hängen? So etwas soll ja vorkommen…
Ein ominöser Leuchtkreis, der den Bereich um die Hauptfigur auf unerklärliche Weise erleuchtet, erschien uns etwas altbacken. Vor 7 Jahren war so etwas sicherlich noch okay, aber heute… wo wäre da der Fortschritt? Also überlegten wir, dem Helden eine Fackel in die Hand zu geben – das sähe nett aus, und hätte ein bisschen etwas von Indiana Jones. Aber das Kämpfen? Mit einer Fackel in der Hand erwiese sich das als ein großes Problem – spätestens beim Kampf mit Zweihandschwertern oder mit Pfeil und Bogen.
Also doch wieder der alte Lichtkreis? Nein… aber dann sah ich – eher durch Zufall – den 3D Mark 2005. Dort flog ein Lichtpunkt durch einen nächtlichen Wald. Einfach spektakulär, die beste Tech-Demo, welche ich bis dato gesehen habe. Ich dachte mir: Was, wenn das unser Licht wäre? Was, wenn man als Spieler das Licht mit der Maus lenken könnte? Dann könnte man selbst Licht und Schatten bestimmen, dem Helden immer ein bisschen voraus durch die Gänge eilen und jede noch so dunkle Ecke erkunden! Und unser Schattensystem, dass eine der tollsten technischen Errungenschaften der Master Engine ist, würde voll zur Geltung kommen. Die Idee der Lichtelfe war geboren.
Anfangs waren meine Teamkollegen etwas skeptisch, aber schnell merkten wir, dass dies eine echte Bereicherung für das Genre sein könnte. Das Erkunden der Dungeons machte einfach einen riesigen Spaß.
Aber dabei sollte es nicht bleiben, die Lichtelfe bekam natürlich auch eine Geschichte. Ohne zuviel verraten zu wollen: Der Held rettete ihr einmal das Leben und seitdem ist sie, als die letzte Verbliebene ihres einst großen Volkes, seine ständige Begleiterin. Ihr fröhlicher Charakter erwies sich dabei als angenehme Auflockerung der ansonsten ernsten Thematik. Dabei erklären die vielen Dialoge zwischen Held und Elfe dem Spieler die Welt im wahrsten Sinne des Wortes im vorbeilaufen. Auch für das Spielgefühl ändert sich dadurch einiges, denn man starrt nicht mehr auf einen Cursor, einen zweidimensionalen Fremdkörper, der mit der Welt nichts zu tun hat und einen daran erinnert, dass es eben doch „nur ein Spiel“ ist, sondern auf eine kleine 3D-Elfe, die ein Teil der Welt ist durch welche sie sich bewegt und in dieser auch Spuren, wie zum Beispiel einen Schatten, hinterlässt.
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Bezaubernde kleine Fee :) |
Klingt spannend? Nun, diejenigen unter euch, die am 21./22. April auf der
Role Play Convention in Münster am Legend-Stand vorbeikommen, dürfen schon einmal probespielen… ich hoffe, ihr kommt alle recht zahlreich und rennt ANACONDA die Bude ein. ;-)